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Glubschaugen: Das bedeutet es, wenn die Augen unnatürlich hervortreten

Viele Menschen wünschen sich grosse Augen, da sie für ein gängiges Schönheitsideal stehen und ästhetisch anziehend wirken. Sind die Augen allerdings zu gross, schlägt der Effekt schnell ins Gegenteil um. Vor allem dann, wenn sie noch aus den Augenhöhlen hervortreten, wirken sie schnell starr und glubschig. Warum die umgangssprachlich bezeichneten Glubschaugen nicht nur ein ästhetisches Problem sind und welche Krankheiten sich dahinter verbergen, erklären wir dir in unserem Ratgeber genauso wie die möglichen Therapie- und Behandlungsmethoden.

Was ist Exophthalmus?

Exophthalmus ist der medizinische Fachausdruck für die sogenannten Glubschaugen. Hierbei treten ein oder beide Augäpfel krankhaft aus der Augenhöhle hervor. Indem sich der Augapfel vorverlagert, erweitert sich die Lidspalte der Augenmuskeln als Öffnung zwischen Unter- und Oberlid. Glubschaugen stellen in aller Regel kein eigenes Krankheitsbild dar, sondern äussern sich als Symptom einer meist ernsten Erkrankung. In den seltensten Fällen handelt es sich bei Glubschaugen ausschliesslich um eine anatomische Besonderheit. Die Ausprägung des Exophthalmus lässt sich medizinisch in mehrere Schweregrade einteilen. Während bei Grad 1 das Zurückziehen mit einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit des Auges erst beginnt, kommt es bei Schweregrad 5 bereits zu einem Austrocknen der Augäpfel, einer eingetrübten Hornhaut sowie zu Sehstörungen. Bei Schweregrad 6 ist das Sehvermögen bereits so weit eingeschränkt, dass eine Erblindung die Folge sein kann.

Welche Symptome zeigen sich bei Glubschaugen?

Mit dem Hervortreten der Augen aus den Augenhöhlen sind meist weitere, nicht selten schmerzhafte Krankheitssymptome verbunden. Das können sein:

  • Entzündungen an den Augen
  • Risse an der Hornhaut
  • Austrocknung der Augen, vor allem an der Hornhaut
  • Schwellung der Bindehaut
  • eine Schädigung des Sehnervs verbunden mit Sehstörungen, nicht selten als Diplopie (Doppelbilder)
  • schlechte Beweglichkeit der Augen
  • ein Hämatom rund um die Augen

Welche Ursachen gibt es für Glubschaugen?

Wer Glubschaugen hat, leidet in der Regel an einer Erkrankung. Die mit Abstand häufigste Ursache für Glubschaugen ist die endokrine Orbitopathie als organspezifische Autoimmunerkrankung der Augenhöhle. Der Auslöser für den Exophthalmus ist dabei in einer Fehlfunktion der Schilddrüse zu finden. Die endokrine Orbitopathie ist besonders häufig eine begleitende Symptomatik einer Schilddrüsenüberfunktion, medizinisch als Morbus Basedow bezeichnet. In Kombination mit einer Schilddrüsenvergrösserung und Herzrasen treten die Glubschaugen dabei als dreiteiliger Systemkomplex «Merseburger Trias» auf. Darüber hinaus können, wenn auch eher selten, weitere Ursachen für die Glubschaugen verantwortlich sein:

  • Augenhöhleninfektionen
  • Augenhöhlenentzündungen
  • Tumore, sowohl gut- als auch bösartig
  • Traumata, zum Beispiel durch Schläge oder Stürze auf das Auge

Wann muss ich bei aus der Augenhöhle heraustretenden Augen zum Arzt?

Sobald die Augen deutlich aus den Augenhöhlen hervortreten, ist ein Arztbesuch dringend empfehlenswert, da die Symptome in der Regel nicht wieder von alleine verschwinden und sich in aller Regel eine Erkrankung dahinter verbirgt. Kommen noch weitere Symptome und Schmerzen hinzu, ist es unbedingt notwendig, einen Augenarzt oder Neurologen zu konsultieren.

Wie wird eine ärztliche Diagnose bei Glubschaugen gestellt?

Um eine Ursachendiagnose für die Glubschaugen stellen zu können, erfolgt beim Augenarzt zunächst ein Anamnesegespräch. Hierbei solltest du deine Symptome genau beschreiben, seit wann du Glubschaugen hast und ob sich deine Sehkraft gefühlt verändert hat. In einem weiteren Schritt erfolgt eine augenärztliche Untersuchung mithilfe eines Exophthalmeters. Der Augenarzt misst damit, wie weit die Augen bereits hervorstehen, um die Erkrankung in einen Schweregrad einteilen zu können. Besteht der Verdacht einer Überfunktion der Schilddrüse, nimmt der Mediziner zudem eine Blutprobe. Im Bedarfsfall – zum Beispiel für die Diagnostik von Schädelverletzungen oder Tumoren – erfolgen weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Wie werden Glubschaugen behandelt?

Im Fokus der Behandlung der Glubschaugen steht allen voran die Krankheit, die diese verursacht hat. Im Falle einer Überfunktion der Schilddrüse ist es oberstes Ziel, diese zu regulieren. Dies geschieht entweder mit Medikamenten oder einer Operation, bei der die Schilddrüse verkleinert wird. Optional erfolgt eine Behandlung zudem mit einer Bestrahlung der Augenhöhlen. Die Glubschaugen selbst behandelt der Arzt im frühen Stadium vor allem bei trockenen Augen zunächst mit Befeuchtungsmitteln für die Augen. Patienten, die Doppelbilder sehen, müssen spezielle Prismengläser tragen. Hilfreich kann es zudem sein, wenn du beim Schlafen eine erhöhte Liegeposition einnimmst. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die Glubschaugen je nach Schweregrad zu operieren. Hier entfernt der Arzt das angestaute Fettgewebe innerhalb der Augenhöhle.

Wie kann ich Glubschaugen und den damit verbundenen Krankheiten vorbeugen?

Grundsätzlich stellen die Augen ein immens wichtiges Organ unseres Körpers dar, mit dem wir pfleglich und gewissenhaft umgehen sollten. Eine regelmässige Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt sollte für dich daher mindestens alle zwei Jahre selbstverständlich sein. Dabei kannst du auch deinen Augeninnendruck prüfen lassen. Leidest du bereits an einer Augenkrankheit, solltest du die vom Arzt verordnete Therapie immer gewissenhaft einhalten. Für die Gesundheit deiner Augen kannst du zudem selbst mit wenigen, aber effektiven Massnahmen beitragen. Das sind:

  • ausreichend Schlaf
  • eine gesunde Ernährung
  • der Verzicht auf Nikotin und Alkohol
  • Sonnenschutz für die Augen mit hochwertigen Sonnenbrillen
  • regelmässige Pflege der Augen mit speziellen Augencremes

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