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Hornhautentzündung – nicht auf die leichte Schulter nehmen

Unsere Sehorgane nehmen eine Fülle an Reizen aus der Umwelt auf, über die wir uns orientieren. Deshalb ist eine gewisse Achtsamkeit geboten. Die Hornhautentzündung ist eine häufige Erkrankung der Augen. Sie hat mannigfaltige Ursachen und kann jeden betreffen. Allerdings gibt es zahlreiche Medikamente wie Augentropfen und operative Möglichkeiten, um die Keratitis, wie die Entzündung im Fachjargon heisst, zu bekämpfen. Eine grosse Menge an Wissenswertem über die Hornhautentzündung, deren Symptome und deren Behandlung erfährst du im folgenden Beitrag.

Warum ist die Keratitis so gefährlich?

Ganz einfach, weil es um die Sehkraft des Auges geht. Wird keine fachkundige Therapie vorgenommen, ist eine starke Minderung der Sehfähigkeit bis hin zur Blindheit nicht auszuschliessen. In der Mehrheit der Fälle ist eine Therapie von Erfolg gekrönt, allerdings muss diese rechtzeitig erfolgen. Ansonsten können selbst dauerhafte Folgeschäden eintreten. Der Grund dafür ist das bei einer Verletzung der Hornhaut, medizinisch: Cornea, zurückbleibenden Narbengewebe. Es begünstigt das Zugrundegehen intakter Zellen, die dann ihre Funktion nicht mehr ausüben. Nimm eine Hornhautentzündung daher nicht auf die leichte Schulter.

Kann ich die Ursachen einer Hornhautentzündung beeinflussen?

Ja, in gewissem Sinne schon. Im Alltag sind Angewohnheiten wie:

  • Beschädigungen der Hornhaut durch Reiben oder durch eingedrungene Fremdkörper
  • ein zu langes Einsetzen von Kontaktlinsen
  • eine Ungenauigkeit der Passform von Kontaktlinsen
  • Verletzungen durch ein ungeschicktes Einsetzen
  • eine unzureichende Pflege der Kontaktlinsen (Verschmutzungen, bakterielle Beläge)

durchaus in den Griff zu bekommen. Demgegenüber gibt es auch Einflussfaktoren, die ausserhalb deiner Macht stehen. Dazu gehören:

  • virale Erreger, Keime wie Herpesviren
  • Bakterien
  • Pilzinfektionen der Hornhaut
  • das Phänomen des trockenen Auges
  • Erkrankungen des rheumatischen Kreises
  • nicht ausreichender Schluss der Augenlider
  • weitere Ansteckungsfaktoren

Augenärzte unterscheiden zwischen der ansteckenden und der nicht übertragbaren Hornhautentzündung. Weisst du, dass es sich bei dir um ersteren Verlauf handelt, ist eine sorgfältige Hygiene unerlässlich. Das heisst, es darf nicht zu einem unmittelbaren Kontakt des gesunden Auges mit Sekreten oder Tränenflüssigkeit aus dem kranken Auge kommen. Sonst kann sich die infektiöse Form der Augenentzündung durch Schmierinfektion von einem Sinnesorgan auf das andere ausbreiten.

Welche Symptome sind typisch für eine Hornhautentzündung?

Es sind vor allen Dingen die Schmerzen, die dich bei einer Hornhautentzündung belasten. Neben den Schmerzen gibt es weiterhin quälende Symptome wie:

  1. Rötung und Schwellung von Auge und Lidern
  2. Gefühl von Sandkörnern im Auge
  3. vermehrtes Tränen und Juckreiz
  4. Lichtscheu (auch Fotophobie genannt)
  5. gelblich-weisse Ablagerungen an den Lidern oder in den Augenwinkeln
  6. im fortgeschrittenen Zustand Ödeme (Wasseransammlungen) oder Einblutungen mit der Entstehung eines Geschwürs
  7. schlechter werdendes Sehvermögen bis hin zur Erblindung

Schon winzige, ohne optische Geräte der Augenärzte nicht erkennbare Schäden an der Hornhaut führen dazu, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Keratitis erhöht. Die Krankheitszeichen einer Hornhautentzündung sind denen einer Bindehautentzündung recht ähnlich. Eine genaue Abklärung bringt daher nur der Besuch des Augenarztes.

Helfen nur Augentropfen gegen eine Hornhautentzündung?

Nein. Es kommt immer darauf an, wie weit die Hornhautentzündung fortgeschritten ist und ob bereits Folgeerscheinungen vorliegen. Danach werden die Therapien ausdifferenziert. Gegen Krankheiten der Kornea helfen meist geeignete Medikamente. So sind in den fachärztlichen Praxen überwiegende die Mittel der Wahl bei:

  • Hornhautentzündung durch bakterielle Keime: Augensalben oder -tropfen mit Antibiotika, teilweise kombiniert mit Cortison
  • Hornhautentzündung durch Kontaktlinsen: ebenfalls entzündungshemmende, abschwellende und antibakterielle Arzneimittel sowie Aussetzen des Tragens der Sehhilfen
  • Hornhautentzündung durch Viren: Verabreichung von Virostatika als Tropfen oder Salben, auch gemeinsam mit Tabletten
  • Hornhautentzündung durch Pilze: Einbringen von antimykotischen Gels oder Salben in den Augapfel
  • Hornhautentzündung durch trockene Augen: Präparate, die als künstliche Tränen wirken, Tränenersatzmittel

Alternativmedizinische Anwendungen über Homöopathie oder Hausmittel sind immer nur als Begleitbehandlung durch Augenärzte anzuraten. Als letzte Therapievariante steht die Transplantation (Verpflanzung einer intakten Hornhaut) als operative Methode zur Wahl.

Warum erleiden oftmals Kontaktlinsenträger eine Hornhautentzündung?

Da vielfach Bakterien eine Hornhautentzündung auslösen, haben oft Kontaktlinsenträger mit dieser Erkrankung zu kämpfen. Auf den Oberflächen der Haftschalen können sich nämlich die Krankheitserreger festsetzen. Durch die unmittelbare Berührung der Hornhaut und den längeren Verbleib gelangen diese sofort an den Ort der späteren Infektion. Bakterien, Viren oder Pilze durchdringen die Hornhautschichten und lösen die genannten Beschwerdebilder aus. Bemerkst du als Haftschalenträger eine angehende Hornhautentzündung oder andere auffällige Veränderungen des Auges, entfernst du die Sehhilfen am besten sofort. Dann klingen die ersten akuten Reize meist schon etwas ab.

Was geschieht bei einer Hornhautentzündung in den Augen?

Die eingewanderten Mikroorganismen provozieren entzündliche Reaktionen, für die das Immunsystem verantwortlich ist. Dabei sterben auch Hornhautzellen ab und die Hornhaut trübt sich.

Welche Entwicklungen gibt es bei den Behandlungsmöglichkeiten?

Liegt eine Keratitis vor, greifen die Ophthalmologen heutzutage immer öfter zu neuen Behandlungsmassnahmen. Eine davon ist die operative Verpflanzung einer synthetischen Hornhaut. Diese basiert auf einem künstlichen kollagenen Gewebe. Der Vorteil dieses minimal-invasiven Eingriffs ist, dass nicht – wie bei der Transplantation einer menschlichen Hornhaut – die Gefahr einer Abstossungsreaktion besteht. Die Hornhauttransplantation wird auch als Keratoplastik bezeichnet. Die Nachbehandlung übernehmen Fachleute aus der Orthoptik.

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