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Augengrippe: wenn die Augen tränen und jucken

Bei tränenden, roten und schmerzenden Augen denken die meisten an eine Bindehautentzündung. Hinter diesen Beschwerden steckt jedoch in manchen Fällen eine Augengrippe. Und diese ist hochansteckend, weil sie durch Viren verursacht wird. Was sind die Symptome? Wie erfolgt die Behandlung? Kannst du dich vor einer Ansteckung schützen? Und was musst du bei einer Infektion beachten, um die Augengrippe nicht zu übertragen?

Was ist die Augengrippe und wie hartnäckig sind Adenoviren?

Bei einer Augengrippe, auch Keratoconjunctivitis epidemica genannt, entzünden sich deine Bindehaut und deine Hornhaut, was sehr schmerzhaft und unangenehm ist. Obwohl die Symptome der Krankheiten ähnlich sind, ist die Augengrippe im Unterschied zur Bindehautentzündung (Konjunktivitis) deutlich aggressiver. Während eine Bindehautentzündung häufig durch Bakterien ausgelöst wird und wirksam mit Antibiotika behandelt werden kann, wird die Augengrippe von Adenoviren verursacht. Adenoviren sind hochansteckend und extrem widerstandsfähig. Die Krankheit tritt in jeder Jahreszeit und bei Menschen in allen Altersgruppen auf. Tiere stecken sich nicht mit der Krankheit an.

Welche Symptome treten bei der Augengrippe auf und wie lässt sie sich von der Bindehautentzündung unterscheiden?

Die Augengrippe ist anfangs für Betroffene vielleicht nicht als solche erkennbar. Typische Symptome bei einer Infektion mit der Augengrippe sind Rötungen und Schwellungen der Augen, vermehrter Tränenfluss und Juckreiz, eine hohe Lichtempfindlichkeit sowie ein unangenehmes Fremdkörpergefühl. Vielleicht vermutest du auch eine harmlose Bindehautentzündung als Auslöser, doch die Augengrippe ist eine hochansteckende Infektion.

In der Regel beginnt eine Augengrippe nur an einem deiner Augen. Neben der Symptome der Augen kommt es zur Schwellung deiner Lymphknoten am Ohr, einer hohen Lichtempfindlichkeit und einem Anschwellen deines Augenlids. In der Regel befällt die Infektion im Verlauf auch dein zweites Auge. Ausserdem ist dein Sehvermögen für einen längeren Zeitraum beeinträchtigt, weil sich neben der Bindehaut auch die Hornhaut entzündet und eintrübt. Darüber hinaus leidest du unter grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, die die Krankheit begleiten. In einigen Fällen kann es sein, dass sich deine Sehkraft langfristig mindert, weil sich auf der Hornhaut Narben bilden.

Wie überträgt sich die Augengrippe?

Die Erkrankung ist hochansteckend und erfolgt über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Häufig kommt es durch die Hände zu einer direkten Übertragung, etwa durch Händeschütteln. Die Erreger sind sehr widerstandsfähig und können über Wochen auf Armaturen, Türgriffen oder Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln überleben. Dadurch sind indirekte Ansteckungen möglich.

Kinder haben ein höheres Infektionsrisiko als Erwachsene, weil sie häufig Gegenstände anfassen. Ebenso ist das Risiko für dich erhöht, wenn du Kontaktlinsen trägst, da du dir regelmässig ins Auge fasst und die Viren auf diesem Weg leichter überträgst.

Wie lange dauert die Augengrippe?

Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung mit Adenoviren bricht die Augengrippe aus und du spürst die ersten Symptome. Die Erkrankung dauert circa zwei bis vier Wochen an. In manchen Fällen ist nach Abklingen der Symptome noch eine leichte Trübung deiner Hornhaut sichtbar. Patienten sind bereits während der symptomfreien Inkubationszeit hochgradig ansteckend, dadurch verbreitet sich die Krankheit schnell. Bist du erkrankt, solltest du die Gesundheit deines Umfelds schützen. Kuriere die Krankheit aus und bleibe bis zum Abklingen der Symptome von Arbeitsplatz, Schule und Universität fern. In der Regel schreibt der Augenarzt dich für etwa drei Wochen krank.

Was muss ich bei einer Infektion mit Augengrippe beachten?

Als Erkrankter solltest du es vermeiden, deine Augen zu berühren, dir aber häufig die Hände waschen. Während der Erkrankung sind Sauna- oder Schwimmbadbesuche für dich Tabu! Besteht ein Verdacht auf Augengrippe, informiere bitte die Arztpraxis vorab telefonisch, damit das Team entsprechende Massnahmen treffen kann, um Ansteckungen zu vermeiden. Infektionen können so verhindert werden.

Die Krankheit ist meldepflichtig. Stellt ein Augenarzt bei dir die Diagnose Augengrippe, muss er die Krankheit dem Gesundheitsamt melden. Der Arzt diagnostiziert die Krankheit über einen Abstrich oder eine Blutuntersuchung.

Auch nach überstandener Erkrankung tritt die Infektion unter Umständen wieder auf. Einen Schutz, sich nicht erneut zu infizieren, gibt es nicht. Ärzte empfehlen wie bei der echten Grippe häufiges Händewaschen und einen Verzicht auf Händeschütteln. So minderst du das Ansteckungsrisiko.

Helfen Medikamente und Augentropfen gegen Augengrippe?

Die Erkrankung lässt sich nicht wirksam behandeln, ist aber auch kein Fall für die Onkologie, da es keine Medikamente gibt, die Adenoviren bekämpfen. Antibiotika sind unwirksam, da sie nur gegen Bakterien helfen, wie sie zum Beispiel bei einer Bindehautentzündung vorliegen. Bei der Behandlung ist es also nur möglich, deine Symptome zu lindern. Helfen können hier entzündungshemmende Medikamente wie Augentropfen. Leidest du unter trockenen Augen, sorgen Salben oder Tropfen für einen ausreichenden Flüssigkeitsfilm.

Auch Hausmittel lindern die Symptome deiner Augengrippe. Sprich diese jedoch unbedingt mit deinem Arzt ab. Kühlende Umschläge auf der Augenpartie können dir Linderung verschaffen, ebenso wie das Trinken von Zistrosentee.

Wie kann ich mich vor der Augengrippe schützen?

Um dich vor einer Ansteckung zu schützen, ist gründliches und regelmässiges Händewaschen unerlässlich. Vermeide ausserdem den Kontakt mit erkrankten Personen und teile Augentropfen und Kosmetikprodukte nicht mit anderen Menschen. Das gilt auch für Waschlappen, Handtücher und andere Hygieneartikel.