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Gesichtsfeldausfälle – wenn vorhandene Dinge plötzlich nicht mehr zu sehen sind 

Gesichtsfeldausfälle sind eine Sehbehinderung, bei der ein- oder beidseitig Sektionen des Blickfeldes aus pathologischen Gründen ausfallen. Dabei kann es zur Wahrnehmung von Lichtblitzen kommen. Gewisse Bereiche erscheinen als schwarzer Punkt, auch blinder Fleck genannt, oder das Gesamtbild ist verschwommen, schemenhaft – abhängig vom Schweregrades des Skotoms. Das Gesichtsfeld beschreibt den für einen Menschen sichtbaren Bereich, wenn dieser, ohne den Kopf zu bewegen, frei geradeaus blickt. Unterschieden wird zwischen den degenerativen Gesichtsfeldeinschränkungen und Gesichtsfeldausfällen aufgrund einer Pathologie. Ein gesunder Mensch verfügt über ein Gesichtsfeld von rund 175 Grad. Dieser Wert sinkt mit zunehmendem Alter auf etwa 140 Grad.

Was ist ein Gesichtsfeldausfall?

Gesichtsfeldausfälle sind häufi das Symptom, tritt auf der Sehbahn eine Störung auf. Als Sehbahn wird der Weg beschrieben, der von der

  • Sehrinde und dem Sehzentrum im Gehirn
  • über die Sehnervenbahnen,
  • die Chiasma opticus genannte Sehnervenkreuzung,
  • den Sehnerv (Nervus opticus)
  • durch die Orbita, die knöcherne Augenhöhle
  • zur Retina, der Netzhaut des Auges, führt.

Generell sind Gesichtsfeldausfälle ein Anzeichen für eine vorliegende Gehirn- oder Augenerkrankung.

Welche Arten von Gesichtsfeldausfällen sind bekannt?

Die Unterscheidung der Gesichtsfeldausfälle erfolgt über die auftretenden Bereiche, die vom Betroffenen nicht mehr gesehen werden können.

  • Das Skotom ist ein inselförmiger Gesichtsfeldausfall, der je nach Auftreten im Sichtbereich als Zentralskotom, Peripherskotom oder als physiologisches Skotom bezeichnet wird. Diese Unterteilung erfolgt nach dem Bereich des Sichtfeldes, in dem die Sehkraft vermindert oder nicht mehr vorhanden ist.
  • Der Konzentrische Gesichtsfeldausfall breitet sich in der Regel im Aussenbereich des Gesichtsfeldes aus, kann sich aber zum Augenzentrum hin ausdehnen.
  • Metamorphopsien sind verzerrt wirkende Bilder, die das gesamte oder Teile des Gesichtsfeldes betreffen können.
  • Als Scheuklappenphänomen werden Hemianopsien bezeichnet. Dabei fällt das Gesichtsfeld halbseitig auf beiden Augen aus, entweder die rechte oder die linke Hälfte.
  • Bei der Quadrantenanopsie ist rund ein Viertel des Gesichtsfelds betroffen. Dieser Quadrantenausfall kann an den Rändern des Gesichtsfeldes auftreten, aber auch mittendrin.

Wie können eine Quadrantenanopsie, der blinde Fleck, das Skotom und andere Gesichtsfeldausfälle entstehen?

Treten zentrale Gesichtsfeldausfälle auf, resultiert dies in der Regel aus der Degeneration der Fovea, insbesondere bei:

  • Altersbedingter Makuladegeneration
  • Optikusneuropathie
  • Leber-Optikusatrophie
  • Makulalöcher
  • Kegeldystrophie
  • Verschluss der Netzhautarterie
  • einer Reihe seltener Erkrankungen wie Morbus Best, Morbus Stargardt und Achromatopsie, die zumeist eine Quadrantenanopsie verursachen.

Ein peripherer Feldverlust wie bei einer Quadrantenanopsie tritt auf bei:

  • Glaukom (Winkelverschlussglaukom und Offenwinkelglaukom).
  • Netzhautablösung
  • Netzhautriss
  • Retinitis pigmentosa
  • Chorioretinitis
  • Verschluss der Netzhautarterie
  • eventuell bei einer Sehnerventzündung, auch als Papillitis bekannt.

Was sind statische und kinetische Perimetrie zur Verifizierung der Gesichtsfeldausfälle?

Um das Ausmass der Sehstörung oder Sehnervschädigung exakt zu bestimmen, werden verschiedene Untersuchungsmethoden angewandt. Der Hausarzt bedient sich in der Regel einfacher Verfahren, während beim Facharzt die Perimetrie zumeist über im gesamten Gesichtsfeld verteilte Lichtsignale misst. Dieses häufig angewandte, statisch-perimetrische Verfahren kann durch eine kinetische Variation ergänzt oder ersetzt werden. Dabei wird ein zu fixierender Gegenstand von ausserhalb des Gesichtsfelds herangeführt, durchquert den gesamten physiologisch sichtbaren Bereich und verschwindet am gegenüberliegenden Rand wieder aus dem Blick.

Warum ist der blinde Fleck ein physiologisches Skotom?

Wird in der Pathologie von einem Skotom gesprochen, sind dies durch Erkrankungen hervorgerufene Gesichtsausfälle. Daneben gibt es eine natürliche Sehbeeinträchtigung, die als physiologisches Skotom bekannt ist – der blinde Fleck. Dieser blinde Fleck tritt genau dort auf, wo der Sehnerv in das Auge mündet und ist deshalb natürlichen Ursprungs und somit ein physiologisches Skotom. Im Regelfall registrieren Patienten ein physiologisches Skotom nicht, weil es durch das jeweils andere Auge kompensiert wird. Eine Ausnahme ist ein Glaukom im Bereich des Sehnerveintritts ins Auge. Dieses wird fast immer als bogenförmiger Gesichtsausfall wahrgenommen und als Bjerrum-Skotom bezeichnet.

Was sind die Gründe für Lichtblitze, Flimmern und schwarze Vorhänge?

Das Gefühl, in blendendes Licht oder in sich drehende Lichter zu sehen, gilt als Anzeichen für ein sogenanntes Flimmerskotom. Dieses kann zeitgleich mit einer Migräne auftreten und dann mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein. Tritt dieses Phänomen ohne eine Migräne auf, verschwinden die Symptome zumeist nach wenigen Wochen oder Monaten von allein. Die Ursache des Flimmerskotoms ist unklar, eine Therapie derzeit nicht bekannt. Anders bei Lichtblitzen, die als erstes Anzeichen für eine beginnende Netzhautablösung gelten. Betroffen sind insbesondere Patienten ab dem 50. Lebensjahr und solche mit extremer Kurzsichtigkeit. Wird eine Ablösung der Netzhaut nicht rechtzeitig behandelt, treten sogenannte schwarze Wand Symptome auf. Die Betroffenen berichten, sie würden zeitweise gegen einen schwarzen Vorhang oder auf eine undurchsichtige Wand schauen. Unbehandelt führt eine Netzhautablösung zur Erblindung.

Ist die Schwächung des zentralen Sehens immer ein Skotom?

Können kleine Schriften nicht mehr gelesen werden, muss dies nicht unbedingt ein Zeichen für eine Sehnerventzündung sein. Gerade bei Diabetikern und bei Alkoholmissbrauch kann sich eine Retrobulbärneuritis ausbilden, die ähnliche Symptome verursacht. Wird diese Erkrankung nach Jahren diagnostiziert, ist sie zudem ein qualifizierter Hinweis auf eine beginnende Multiple Sklerose.

Was ist eine Photophobie?

Eine Lichtscheu, die Photophobie oder Fotophobie, geht selten mit Gesichtsfeldausfällen einher. Entzündliche Vorgänge im Auge, helle Augen oder Albinismus sind in der Regel die Ursache für eine Photophobie.