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Sjögren Syndrom – was hat es mit der Autoimmunerkrankung auf sich?

Die chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung namens Sjögren-Syndrom ist nicht sehr bekannt. Verständlich also, dass du zahlreiche Fragen dazu hast. Das Sjögren-Syndrom ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung und gehört zu der Gruppe der Kollagenosen. Das bedeutet: Eine bestimmte Art der Immunzellen greift die Speicheldrüsen und die Tränendrüsen an. Das wiederum führt zu Entzündungen an inneren Organen und am zentralen Nervensystem. Trockene Augen und ein trockener Mund gehören zu den Symptomen, die auch als Sicca-Syndrom bezeichnet werden. Benannt ist die Erkrankung nach dem schwedischen Augenarzt Dr. Henrik Sjögren. Er beschrieb sie erstmals 1933.

Was ist das Sjögren-Syndrom?

Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die einen chronischen Verlauf nimmt und zum rheumatischen Formenkreis gehört. Im Verlauf der Krankheit greifen einige Immunzellen die Speicheldrüsen und die Tränendrüsen an. Von einem trockenen Mund über trockene Augen bis hin zu Nasentrockenheit und angegriffenen Nasennebenhöhlen ist also alles möglich. Infolge der entzündeten Drüsen sind die trockenen Schleimhäute anfälliger für Infekte. Kratzen im trockenen Rachenraum gehört daher genauso zu den möglichen Symptomen wie häufiges Nasenbluten und entzündete Augen. Häufig kommt es zu begleitenden Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise

  • rheumatoide Arthritis
  • sogenannte Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes)
  • Morbus Bechterew
  • Raynaud-Syndrom

In etwa 6 % der Fälle entwickeln Betroffene ein malignes Lymphom, es kann aber auch zu einem Pseudolymphom kommen. Zu den Symptomen gehören ausserdem Müdigkeit und Abgeschlagenheit, eine Depression und Gelenkentzündungen. Trockene Haut kann vorkommen, sogar innere Organe wie die Nieren und Blutgefässe, die Lungen und das Gehirn können betroffen sein.

Warum haben Menschen mit Sjögren-Syndrom Nasenbluten und leiden unter Nasentrockenheit?

Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen einige deiner Immunzellen die Speicheldrüsen und die Tränendrüsen an. Die Drüsen stellen ihre Arbeit teilweise oder vollständig ein, es werden keine Flüssigkeiten mehr produziert. Da die Schleimhäute im gesamten Gesichtsbereich miteinander vernetzt sind, kann es also auch zu einer trockenen Nase kommen. Die Nasennebenhöhlen trocknen ebenfalls aus, weil die Schleimhäute nicht mehr ausreichend Flüssigkeit produzieren. Trockene Schleimhäute sind anfälliger für Infektionen und natürlich kann trockene, rissige Haut bei entsprechender Reizung auch schneller bluten. Nasenbluten und Nasentrockenheit zählen zu den häufigeren Symptomen beim Sjögren-Syndrom, wie man bei Studien zur Prävalenz der Beteiligung der Nase festgestellt hat.

Welche Körperregionen ausser den Nasennebenhöhlen sind beim Sjögren-Syndrom angegriffen?

Allgemeine Symptome des Sjögren-Syndroms sind Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Abgeschlagenheit und Depressionen kommen hinzu. Gelenkentzündungen und Trockenheit der Schleimhäute können sich ebenfalls dazu gesellen. Die Augen sind häufig betroffen, man spricht dann vom Sicca-Syndrom. Und auch Mund und Rachen, die Haut, die Ohren und das Nervensystem können in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist das Nervensystem betroffen, spricht man von Neuro-Sjögren. Neuro-Sjögren äussert sich in Polyneuropathien. In manchen Fällen ist auch das lymphatische System betroffen: Es kommt zu einem Non-Hodgkin-Lymphon, das oft innerhalb der Speicheldrüsen auftritt.

Was ist Neuro-Sjögren?

Von Neuro-Sjögren spricht man, wenn das Syndrom Polyneuropathien auslöst. Das tritt häufiger auf und vor allem in letzter Zeit sind die Ärzte diesbezüglich sensibler geworden. Das Problem: Leidest du unter trockenen Augen und trockenem Mund, unter Durchblutungsstörungen und ähnlichen Symptomen, wird dies in der Regel als rheumatische Erkrankung gedeutet. Du wirst also von einem Rheumatologen behandelt – und diese Fachärzte und -ärztinnen kennen das Sjögren-Syndrom. Oft sind aber ältere Menschen vom Sjögren-Syndrom betroffen, die dann auch unter schweren Lähmungen leiden. Diese Menschen werden in neurologischen Kliniken behandelt. Dort ist der Rheumafaktor unter Umständen nicht bekannt, die Polyneuropathien werden als Alterserscheinung betrachtet. Dabei ist die Feststellung des Sjögren-Syndroms über die Bestimmung des Rheumafaktors im Blutserum zu erkennen.

Welche Behandlung gibt es beim Sjögren-Syndrom, wenn das Nervensystem angegriffen ist?

Das Sjögren-Syndrom kann nur symptomatisch behandelt werden, die Ursachen sind nicht therapierbar. Dementsprechend sieht auch bei einem angegriffenen Nervensystem die Behandlung immer nur so aus, dass die Symptome lediglich gelindert werden. Lähmungen können mit Gymnastik, Massagen und Ergotherapie angegangen werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann die fehlende Tränenflüssigkeit und fehlenden Speichel zumindest teilweise ausgleichen. Nasensprays sorgen bei Nasentrockenheit und Nasenbluten für Linderung, Augentropfen helfen bei trockenen Augen. Sind die Zähne in Mitleidenschaft gezogen, können Implantate eine Lösung sein. Eine mögliche Mykose im Mund wird mit Antimykotika behandelt. Als Mykose bezeichnet man eine Pilzinfektion.

Wer ist vom Sjögren-Syndrom betroffen?

Meist sind ältere Menschen vom Sjögren-Syndrom betroffen. Vor allem im Alter ab 50 Jahren scheint es mehr Betroffene zu geben. Frauen sind eher betroffen als Männer und das auch erst nach den Wechseljahren. Das Verhältnis von Frauen zu Männern liegt bei bis zu 20:1.

Warum treten oft Begleiterscheinungen wie rheumatoide Arthritis oder das Raynaud-Syndrom auf?

Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die zum Spektrum der Rheumaleiden gehört. Der rheumatoide Formenkreis zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Erkrankungen begleitend auftreten, es also zu einer Häufung von verschiedenen Autoimmunerkrankungen kommen kann. Auch das Sjögren-Syndrom tritt öfter zusammen mit Begleiterkrankungen auf. Man geht bei einer rheumatischen Erkrankung wie rheumatoide Arthritis, Lupus eryhtematodes oder einer Sklerodermie davon aus, dass auch ein sekundäres Sjögren-Syndrom besteht. Allerdings wird das dein Facharzt nach verschiedenen Kriterien feststellen können. Die Diagnostik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass das Syndrom eigentlich nicht mehr unerkannt bleiben sollte.

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