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Glaskörpertrübungen – Antworten zu einem meistens ungefährlichen Phänomen

Glaskörpertrübungen – Antworten zu einem meistens ungefährlichen Phänomen

Früher oder später fallen sie jedem auf: Kleine Flecken in unserem Sichtfeld, Punkte, die nicht weggehen und sich über unser Auge schlängelnde Fäden. Dabei handelt es sich nicht um eine optische Täuschung, sondern um eine Trübung des Auges. Solche Glaskörpertrübungen sind kein ungewöhnliches Phänomen. In den meisten Fällen sind ihre Ursachen vollkommen harmlos. Sie können aber auch auf Erkrankungen hinweisen. Wir erklären dir, wann ein Besuch beim Augenarzt ratsam sein könnte.

Was sind Glaskörpertrübungen?

Andere Bezeichnungen sind „Mouches volantes“ („Fliegende Mücken“) oder auch „Floaters“. Die Rede ist von den Trübungen, die gelegentlich ihren Weg in unsere Glaskörper finden. Der Glaskörper ist eine gelartige Substanz und macht den grössten Teil des Augapfels aus. Er besteht zu 98 Prozent aus Wasser und wird durch die Netzhaut und der Augapfelwand begrenzt. Die Netzhaut ist die innerste Schicht der Linse und damit massgeblich für unser Sehen verantwortlich. Neben dem Wasser befinden sich in dem Glaskörper Bestandteile aus Eiweiss und kleine Fasern aus Bindegewebe.

In jungen Jahren ist der Glaskörper ganz durchsichtig und ist mit der Netzhaut verknüpft. Mit zunehmenden Alter löst sich der Glaskörper, indem er sich stärker verflüssigt. Ab dem 50. Lebensjahr setzt die Trübung verstärkt ein. Teile des abgelösten Glaskörpers dringen in das Innere des Auges, die feinen Substanzen schliessen sich zusammen und schwimmen anschliessend in der Flüssigkeit. Wenn sie dabei über die Netzhaut schwimmen, erscheinen die Trübungen in unserem Blick, etwa als kleine Flecken oder Fäden. Das fällt vor allem auf, wenn wir auf besonders helle Oberflächen blicken. Im Schatten oder beim Blick auf dunkle Oberflächen machen sie sich dagegen kaum bemerkbar.

Was sind die Ursachen für die Trübung des Auges?

Bei den meisten Menschen setzt die Trübung im Alter, ab etwa 40 bis spätestens 50 Jahren ein. Sie ist ein normaler Begleiter des Alterns. Bei manchen Menschen kann sie auch schon vorher einsetzen, besonders bei jenen mit Myopie (Kurzsichtigkeit). Eine weitere Ursache sind Traumata des Auges, denn Unfälle im Bereich des Auges können eine frühzeitige Verflüssigung begünstigen. Weitere Ursachen können Krankheiten wie Stoffwechselerkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Augenerkrankungen sind in der Regel nicht die Ursache für Glaskörpertrübungen, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Was sind die Symptome der Trübungen?

Die meisten Menschen bemerken die Glaskörpertrübungen nicht, da sie nur geringfügig auftreten und das Sehvermögen nicht beeinträchtigen. Durch die Glaskörpertrübung erscheinen kleine Flecken oder Punkte im Sichtfeld. Manche denken zunächst, ihnen schwirrt eine Fliege vor den Augen. Einzelne Trübungen, auch wenn sie störend erscheinen, sind zumeist kein Grund zur Panik. Mit der Zeit verflüchtigt sich der Effekt wieder. Die Flecken entfernen sich zunehmend von der Netzhaut, werden unschärfer und sind irgendwann nicht mehr wahrnehmbar. Trotz mancher Beschwerden gibt es daher meist keinen Grund, zu operieren. Anders sieht es aus, wenn die Trübungen vermehrt auftreten oder gemeinsam mit anderen Symptomen.

Bei welchen Symptomen sollte ich zum Augenarzt gehen?

Vereinzelte Trübungen sind unbedenklich. Anders sieht es aus, wenn ganze „Schwärme“ auftreten. Solltest du die Trübungen wie einen Mücken- oder Fliegenschwarm wahrnehmen, dann gehe am besten umgehend zum Augenarzt. Möglicherweise sind Augenerkrankungen für die plötzlicheb Glaskörpertrübungen verantwortlich. Ein weiteres Symptom sind Lichtblitze. Sie entstehen durch Augenbewegungen, die einen Reiz auf der Netzhaut dort auslösen, wo noch Kontakt zwischen dem Glaskörper und der Netzhaut besteht. Harmlos sind in der Regel Blutungen, die Betroffene wie einen dunklen Regen wahrnehmen. Die Blutung entsteht, wenn der Glaskörper bei der Ablösung Blutgefässe mit sich reisst. Das Auge resorbiert das Blut anschliessend. Auch wenn diese Symptome meistens harmlos sind, ist bei ihrem Auftreten ein Besuch beim Augenarzt angebracht. Denn im schlimmsten Fall kommt es zur Netzhautablösung.

Was ist die Netzhautablösung?

Die Netzhautablösung (Amotio retinae) ist eine schwere Augenerkrankung, die zur Blindheit führen kann. Die Ursachen für eine Netzhautablösung ist ein Loch in der Netzhaut, das oftmals durch mechanische Einwirkung entsteht. Kann das Auge sich nicht selbst heilen, dann droht eine Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut. Erfolgt keine Behandlung, dann kann der Betroffene einen Gesichtsfeldausfall erleiden oder gar erblinden.

Wie sieht die Behandlung aus?

Zunächst kommt es zur Untersuchung. Der Augenarzt nimmt eine Sehschärfenprüfung vor und schaut sich das Innere des Glaskörpers und der Netzhaut an, indem er die Pupillen mit Medikamenten erweitert. Dabei verwendet er ein Spaltlampenmikroskop oder einen Augenspiegel. Die Diagnose entscheidet darüber, ob eine Operation notwendig ist.

Welche Operationen kommen in Frage?

Bei einer vorsorglichen Behandlung kommt ein Laser zum Einsatz. Mit dem Laser lassen sich die abgerissenen Stellen „zuschweissen“. Damit bannt der Augenarzt die Gefahr einer Netzhautablösung. Während der Nachbehandlung gilt es, schwere körperliche Arbeit und Sport zu vermeiden, da der Körper Ruhe braucht, damit die Narben verheilen können. Einzelne Fasern lassen sich mit der Vitreolyse entfernen. Dabei handelt es sich um gezielte, kurze Laserimpulse, welche die Ablösungen zerstören, ohne dabei das Auge zu beschädigen. Eine weitere Option besteht in der Glaskörperabsaugung (Vitrektomie). Bei der Vitrektomie saugt der Arzt die Flüssigkeit komplett ab. Diese Operationsmethode birgt allerdings einige Risiken, die du sorgfältig mit dem Arzt besprechen solltest.

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