Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Farbsehtest: So funktioniert die Diagnose von Farbsehschwächen

Wer einen Führerausweis beantragt, einen bestimmten Beruf für sich ausgewählt hat oder einfach bei seinen Kindern eine Farbsehschwäche vermutet, kommt nicht darum herum: Ein Farbsehtest stellt fest, ob und wie gut Menschen bestimmte Farben erkennen und voneinander unterscheiden können. Von der Rot-Grün-Schwäche über eine seltene Blau-Schwäche bis hin zur Farbblindheit reicht die Palette der möglichen Fehlsichtigkeiten. Die wichtigsten Fragen haben wir uns in unserem FAQ näher angeschaut: Alles rund um Testmethoden zu Farbfehlsichtigkeiten, ihren Ablauf, über Farbblindheit bei Kindern und Erwachsenen und über Auswirkungen auf die Berufswahl findest du hier.

Farbblindheit, Rot-Grün-Schwäche, Farbsehschwäche: Was ist das?

Bunte Farben umgeben uns im Alltag überall: In der Natur, in der Kunst, in den Medien. Rot, Grün, Blau, Schwarz und Weiss und die vielen Abstufungen dazwischen machen unsere Umwelt aus. Doch nicht alle Menschen können diese Farben sehen. Wer eine Farbsehstörung hat, erkennt bestimmte Farben nicht oder nur schlecht. Es werden folgende Störungen unterschieden:

  • Rot-Grün-Sehschwäche: die häufigste unter den Farbsehstörungen. Sie ist erblich und bei Männern etwa zehnmal so häufig wie bei Frauen. Betroffene können entweder Rot oder Grün oder beide Farbtöne schlecht erkennen und diese auch nicht voneinander unterscheiden.
  • Blau-Sehschwäche: Diese Fehlsichtigkeit ist äusserst selten.
  • Farbblindheit: Ebenfalls recht selten. Betroffene sehen ihr Umfeld nur in Abstufungen zwischen Weiss, Schwarz und Grau. Dies kann beispielsweise im Laufe einer Krankheit auftreten.

Farbsehtest für Berufsgruppen: Welche Berufe dürfen Menschen mit Farbsehschwäche nicht ausüben?

Berufsgruppen wie Bus- und Bahnfahrer, generell im Personentransport Tätige, aber auch Soldaten, Polizisten und Piloten werden auf ihre Farbsicht hin geprüft. Auch bei anderen Berufen liegt die Einschränkung recht nahe: So sollten Grafiker, Friseure, Fotografen oder auch Elektriker im Interesse ihrer Kunden in der Lage sein, Farben sicher zu unterscheiden.

Farbsehtest beim Augenarzt oder Optiker: Wo kann ich meine Augen auf Farbensehen testen lassen?

Im Netz sind viele Online-Tests zu finden, die sich oft an das bekannte Ishihara-Testverfahren anlehnen. Mehr als einen ersten Eindruck können diese Tests jedoch nicht vermitteln. Zur Diagnostik und genauen Feststellung einer Farbfehlsichtigkeit mit geeignetem Farbsehtest gehst du zum Fachmann. Standardmässig führen Optiker und Augenfachärzte Sehtests durch. Beide sind auch für den Sehtest für den Führerausweis zuständig. Sind ausführliche und genaue Bestimmungen über das Ishihara-Testverfahren hinaus nötig, ist der Augenarzt der richtige Ansprechpartner.

Farbsehtest nach Ishihara: Wie funktioniert der Test mit dem bunten Bild?

Entwickelt wurde dieses bis heute oft verwendete Testformat vom japanischen Arzt gleichen Namens. Er prüfte mit speziell entwickelten Farbtafeln die Sehfähigkeit von Rekruten für die Armee. Dazu bekommt der Patient Farbsehtafeln vorgelegt, auf denen bunte Punkte angeordnet sind. Einige der Punkte sind in anderen Farben gehalten als ihr Umfeld, sie ergeben zusammen die Kontur einer Zahl oder eines Buchstabens. Erkennt der Proband das Zeichen, liegt keine oder nur eine sehr schwache Farbsehschwäche vor. Mit diesem Sehtest diagnostiziert der Arzt das Vorliegen eine Rot-Grün-Schwäche oder eine Blau-Grün-Schwäche – aber nicht, wie stark diese ausgeprägt ist. Für ein genaues Bild der Ausprägung benötigt er weitere Testverfahren. Ein weiterer Test nach diesem Prinzip ist der sogenannte Velhagen-Test.

Farbsehtest für Kinder und Kleinkinder: Wann kann ich mein Kind testen lassen?

Farbsehtests stellen genau wie andere Sehtests fest, ob eine Störung der Sehfähigkeit vorliegt. Das ist so früh wie möglich sinnvoll. Denn nicht immer ist eine Fehlsichtigkeit oder Sehstörung angeboren, sie kann auch Anzeichen einer Erkrankung sein. So können beispielsweise fortschreitende Augenkrankheiten wie Netzhaut- oder Sehnervdegenerierungen dazu führen, dass der Patient nicht mehr das ganze Farbspektrum sieht. Bei den regelmässigen Kontrolluntersuchungen fallen Farbblindheit genau wie Astigmatismus, Kurz- oder Weitsichtigkeit bei Kindern meist auf. Bis dahin zeigt etwa eine Rot-Grün-Schwäche oft keine Symptome. Spätestens zur Einschulung wird auch geprüft, ob das Kind für eine oder mehrere Farben blind ist. Die angeborene Rot-Grün-Schwäche ist immer erblich: In den meisten Fällen können Verwandte, die blind für bestimmte Farben sind, den ersten Hinweis liefern.

Farbsehtest für den Führerausweis: Darf ich mit Farbsehschwäche Auto oder LKW fahren?

Grundsätzlich ist es Menschen mit einer Rot-Grün-Schwäche nicht verboten, ein Fahrzeug zu führen. Allerdings müssen sie über die Sehschwäche Bescheid wissen, denn ansonsten kann es zu Verwechslungen und damit zu gefährlichen Situationen im Strassenverkehr kommen. Beim obligatorischen Sehtest für den Führerausweis wird das Sehvermögen des Kandidaten geprüft. Eine Rot-Grün-Schwäche stellt im Allgemeinen aber kein Hindernis für den PKW-Führerausweis dar. Anders liegt die Sache bei Menschen, die den LKW-Ausweis machen oder in der Personenbeförderung arbeiten möchten. Hier spielt das Farbsehen durchaus eine Rolle.

Farbsehtest nicht bestanden: Gibt es eine Brille fürs Farbensehen?

Nicht für alle Formen der Farbblindheit und Farbsehschwäche gibt es dieses Hilfsmittel. Zumindest für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche sind aber Brillen verfügbar. Sie helfen Betroffenen, Rot und Grün besser unterscheiden, indem sie den Kontrast im Bild schärfen. Vollständig verschwindet die Sehschwäche aber nicht, sie wird lediglich etwas abgemildert. Für komplett Farbblinde gibt es derzeit keine geeignete Brille. Ausserdem wirkt sich die Filterfunktion der Brille bei jedem anders aus – manche erreichen damit starke Verbesserungen, bei anderen sind sie kaum wahrnehmbar. Häufig haben Menschen mit Farbsehschwäche auch Probleme mit starker Helligkeit: Hier hilft eine Sonnenbrille. Die Brille fürs Farbensehen funktioniert ohnehin am besten draussen in der freien Natur.