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Engwinkelglaukom – Sonderform des Glaukoms mit verhängnisvollen Folgen

Tritt ein Engwinkelglaukom auf, eine recht häufige Augenerkrankung, ist eine sofortige Behandlung obligatorisch. Steigt der Augeninnendruck und bleibt diese Anomalie unbehandelt, ist ein Glaukomanfall oder eine spätere Erblindung nicht auszuschliessen. Erkenne ein Glaukom rechtzeitig anhand der charakteristischen Symptome. Dann steigen deine Chancen, dein Augenlicht zu erhalten. Lass dich über die zeitgemässen Behandlungen aufklären. Auf diese Weise wirst du achtsamer und kannst eine frühzeitige Therapie beginnen. Gerade bei den Augen ist es notwendig, schnell zu reagieren.

Welche Ursachen führen zum erhöhten Augeninnendruck und zum Engwinkelglaukom?

Beim Engwinkelglaukom, einer Sonderform des Glaukoms und landläufig bekannt als grüner Star, sind die Ursachen dem Glaukom relativ ähnlich. Ein Engwinkelglaukom wird durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst. Diese sind jedoch bislang leider noch nicht hinlänglich erforscht. Nachfolgend aufgeführte Risikofaktoren sind deshalb eher vage und lassen keine eindeutigen Rückschlüsse zu. Sie stellen aber einen ersten Ansatz dar:

  • starke Abweichungen des Augeninnendruckes vom Normalzustand (meist ein Anstieg)
  • mangelhafte Versorgung des Sehnervs mit Sauerstoff und Nährstoffen (Durchblutung nimmt ab)
  • Behinderung des Passierens des Augenkammerwassers

Begünstigend wirken sich Vorerkrankungen wie

  • Weitsichtigkeit
  • Kurzsichtigkeit
  • einige Erkrankungen des Stoffwechselsystems
  • Hypertonie (hoher Blutdruck)
  • Lebensalter
  • genetische Faktoren
  • zu dünne Kornea (Hornhaut)
  • grauer Star oder Katarakt

auf ein Engwinkelglaukom aus. Nicht immer kannst du diese Auslöser bewusst ausschalten.

Was versteht man unter einem Glaukomanfall?

Zwischen Glaukomanfall und Engwinkelglaukom besteht ein enger Zusammenhang. Durch ein Engwinkelglaukom steigt in deinem Auge der Augeninnendruck so stark an, dass das Kammerwasser eingeschlossen wird. Der Grund ist eine Blockierung durch die Regenbogenhaut. Diese verschliesst den Kammerwinkel (Angulus iridocornealis). Mit einem Glaukomanfall musst du unverzüglich zum Ophthalmologen. Diese plötzlich eintretende Situation bemerkst du an:

  1. massiven Schmerzen im jeweiligen Auge
  2. Schmerzen können sich bis in die Brust und die oberen Extremitäten hineinziehen
  3. partiell Schwindel, Übelkeit und Erbrechen (nicht mit Migräne verwechseln)
  4. Sehen von Regenbogenfarben
  5. Störungen des Herzrhythmus
  6. extreme Störungen des Sehvermögens
  7. Verlust der Sehfähigkeit

Bei einem Glaukomanfall wird der Sehnerv irreversibel geschädigt. Der Anfall tritt hauptsächlich durch die Erweiterung der Pupille bei Dunkelheit auf. Schnelles Handeln ist daher wichtig.

Wie kann der Facharzt beim Verdacht auf ein Engwinkelglaukoms für dich nicht wahrnehmbare Symptome diagnostizieren?

Die Konsultation eines Augenarztes bringt dir in einem solchen Zustand rasch Klarheit. Obwohl das Engwinkelglaukom als Glaukomerkrankung nicht allzu oft vorkommt, kann die Diagnose ziemlich sicher erfolgen. Der Doktor arbeitet mit Mitteln wie:

  • Palpation beziehungsweise Abtastung des Augapfels (verhärtet sich beim Engwinkelglaukom)
  • Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie)
  • Spiegelung des Auges mit dem Ophthalmoskop
  • perimetrische Messung des Gesichtsfeldes
  • Überprüfung des Angulus iridocornealis
  • Untersuchungen mit der Spaltlampe
  • Ermittlung der Sehschärfe
  • Betrachten des Augenhintergrundes mit Netzhaut (Funduskopie)

Eine Neuerung in der Diagnostik des Engwinkelglaukoms ist die Nervenfaser-Schichtmessung mit Lasertechnik. Da das Engwinkelglaukom die Vorstufe zum grünen Star ist, gilt das Ausmass der Symptome als entscheidend für den weiteren Fortgang der Augenerkrankung. Die bereits aufgeführten Beschwerden dienen dir somit als Richtungsweiser.

Erkennt der Augenarzt das Engwinkelglaukom nur am veränderten Augeninnendruck?

Nein, es ist notwendig, dass du dich weiteren differenzialdiagnostischen Begutachtungen unterziehst. Die daraus hervorgehenden Resultate weisen die weitere Therapierichtung an. Sie lassen ebenso eventuelle Voraussagen über Heilungschancen zu.

Welche Sehorgane werden durch das Glaukom in Mitleidenschaft gezogen?

Das Engwinkelglaukom beschränkt sich nicht nur auf ein Funktionselement des Auges. Es betrifft mehrere Komponenten wie die Pupille, die Regenbogenhaut (Iris) und den Angulus iridocornealis.

Wie sieht es mit der Behandlung aus?

Behandlungstechnisch werden beim Engwinkelglaukom mehrere Therapiestufen angeboten. Diese basieren auf folgenden Verfahrensweisen:

Verschreibung von Medikamenten (überwiegend als Augentropfen):

  • Prostaglandin
  • Beta-Rezeptorenblocker
  • Tragen einer Brille
  • Cholinergika und weitere

Lasereinsatz:

  • äusserer Bereich der Iris wird eröffnet
  • Ziliarkörper wird durch Zerstörung oder Koagulation verödet
  • Angulus iridocornealis wird geweitet

Operation:

  • Ziliarkörper wird verödet
  • Iris wird mit einer winzigen Öffnung versehen
  • zusätzliches Abflusskanälchen wird unter die Bindehaut gelegt
  • Einbringen eines Implantates in den Augenkanal (Schlemm-Kanal)
  • Verkleinerung der Augenlinse mit Vergrösserung des Angulus iridocornealis

Du siehst, dass die Behandlungsoptionen vielseitig sind. Der Erfolg eines jeden Eingriffs hängt von einer frühzeitigen Diagnostik ab. Noch besser ist es, wenn du dir die Vorsorgeuntersuchungen zu Herzen nimmst.

Bieten die Augenärzte Vorsorgeuntersuchungen an?

Schon im jungen Erwachsenenalter ist es sinnvoll, sich regelmässig einer Vorsorgebegutachtung bezüglich des Glaukoms und des Engwinkelglaukoms zu unterziehen. Vor allen Dingen dann, wenn bestimmte Risiken auf dich zutreffen. So steht beispielsweise auch das trockene Auge in Verdacht, ein Engwinkelglaukom zu begünstigen. Nach Auswertung der allgemeinen Grunduntersuchungen sind bereits erste Annahmen möglich. Schon die üblichen Untersuchungsmethoden auf Beeinträchtigungen der Sehstärke wie Weit- oder Kurzsichtigkeit, auf eine Verkrümmung der Kornea oder eine Altersweitsichtigkeit sind aussagekräftig. Eingeschlossen sind Untersuchungsmethoden für den Augeninnendruck und die Belastungsfähigkeit der Blutgefässe des Auges mit hochpräzisen optischen Instrumenten. Lässt du deinen Augeninnendruck in periodischen Abständen kontrollieren, beugst du damit einem Engwinkelglaukom und einem möglicherweise damit einhergehenden grünen Star vor.

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