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Die Okulomotoriusparese und ihre Auswirkungen auf das Sehvermögen

Zu den seltener auftretenden Augenerkrankungen gehört die Okulomotoriusparese. Sie zeigt sich oft als Lähmung mit erstarrter Pupille, herabhängendem Oberlid und äussert sich in der Regel auch durch ein Schielen. Da die Hirnnerven und Augenmuskeln betroffen sind, entstehen körperliche Einschränkungen und Sehstörungen. Dazu kommen aber auch häufig psychische Probleme, wie Angstgefühle, Unruhe, Depression und Unsicherheit. Hier gibt es mehr zum Thema.

Was ist eine Okulomotoriusparese?

Bei der Okulomotoriusparese handelt es sich um die Lähmung (Parese) eines ganz bestimmten Hirnnervs, der Nervus oculomotorius genannt wird. Die Hirnnervenstörung ist eine sehr seltene Erkrankung und kann bei Männern und Frauen auftreten. Medizinisch unterscheidet man die Okulomotoriuslähmung in eine innere und äussere, wobei die dazugehörige Lähmung entweder einseitig oder auf beiden Augen in Erscheinung tritt. Sie kann teilweise oder komplett entstehen sowie äussere und innere Augenmuskeln betreffen. Die Aussicht auf Heilung hängt stark von der zugrundeliegenden Erkrankung selbst ab und davon, wie sich die Auswirkung der Parese an den Augen zeigt. Schwieriger ist die Prognose, wenn die Ursache Tumore, Aneurysmen oder ein Trauma sind. Hier kommt es zu weitreichenden Folgen und Sehfähigkeitseinschränkungen, gleichzeitig auch zu schwerwiegenderen Nervenschäden.

Welche Funktion hat der Nervus oculomotorius?

Der Nervus oculomotorius ist der dritte Hirnnerv und entspringt dem vorderen Mittelhirn. Er hat einen grossen Anteil an der Funktion der motorischen Fasern und äusseren Augenmuskeln im Auge. Er beeinflusst vier der sechs äusseren Augenmuskeln und den Muskel für das Augenlidanheben. Auch zwei wichtige der inneren Augenmuskeln werden über den Hirnnerv angeregt. Tritt am Nervus oculomotorius eine Störung auf, entstehen komplexe Beeinträchtigungen am Auge, die grösstenteils dessen Beweglichkeit und Wahrnehmung betreffen.

Wie äussert sich die Lähmung der Augenmuskeln?

Die Okulomotoriuslähmung zeigt sich in einer weit geöffneten Pupille und in einer dazugehörigen Pupillenstarre. Diese kann einseitig oder auch beidseitig auftreten und das Sehvermögen stark einschränken. Betroffenen ist nicht mehr möglich, Objekte deutlich aus der Nähe wahrzunehmen oder von der Distanz auf eine Naheinstellung umzuschalten. Die Erkrankung löst entsprechend eine Störung bei der Akkommodation des Auges aus. Sie ist durch die unterschiedliche Augenstellung auch im Gesicht erkennbar. Die Erkrankung verursacht Augenmuskelgleichgewichtstörungen, die sich als Schielen äussern. Auch die Diplopie, das Wahrnehmen von Doppelbildern, gehört dazu, während das obere Augenlid stärker herabhängt.

Welche Symptome und Beschwerden treten auf?

Die Parese zeigt sich in typischen Symptomen, die bei fast allen Menschen ähnlich verlaufen. Die Pupille ist durch die Lähmung erweitert, die Augen schielen und ein Augenlid hängt herab (Ptosis). Weitere Symptome sind:

  • Doppelbilder
  • verschwommene und verzerrte Sicht
  • Bewegungseinschränkungen des Auges
  • Ausfall der Akkommodation

Welche Ursachen kann die Okulomotoriuslähmung haben?

Die Schädigung der Hirnnerven hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper. Ebenso sind die Ursachen für eine Okulomotoriuslähmung vielseitig, wobei auch Erkrankungen dazugehören, die Aneurysmen auslösen. Dazu gehören das Clivuskanten- und Sinus-Cavernosus-Syndrom. Beeinträchtigungen direkt am Hirnnerv haben Ursachen wie:

  • Durchblutungsstörungen
  • Tumore im Hirnstamm
  • Schädigungen in Gehirn und Auge
  • Traumata
  • Ausfall mehrerer Hirnnerven
  • Diabetes mellitus

Wie wird die Erkrankung in der Neurologie behandelt?

Weil es sich bei der Okulomotoiusparese um eine neurologische Störung handelt, findet die Therapie und Ursachenklärung in der Neurologie statt. Es ist wichtig, dass du immer einen Arzt aufsuchst, wenn Auffälligkeiten am Auge auftreten, die auch das Sehvermögen beeinträchtigen. Wenn du merkst, dass du deine Umwelt nicht mehr scharf erkennst oder anfängst, doppelte Bilder zu sehen, ist eine Bestimmung der Ursachen wichtig. Das gilt natürlich auch, wenn du deine Augenmuskeln nur noch eingeschränkt nutzen und entsprechend bestimmte Bewegungen nicht mehr ausreichend ausführen kannst.

Die Ursachenklärung und Behandlung verläuft beim Arzt in der Neurologie mit verschiedenen diagnostischen Mitteln. Dabei spielt die Überprüfung der Blickrichtung eine Rolle, die wichtig ist, um die Auswirkung der Parese einzuschätzen und um herauszufinden, welche Bereiche betroffen sind. Der Neurologe testet bei dir, inwieweit du in der Lage bist, den typischen acht Blickrichtungen zu folgen. Du wirst dann aufgefordert, auf den Finger oder Kugelschreiber deines Arztes blicken und seiner Bewegung folgen, ohne selbst die Kopfrichtung zu verändern. Treten Störungen auf, lässt sich der Bereich leichter einschränken und herausfinden, welcher Nerv betroffen ist.

Welche Komplikationen können bei einer Parese auftreten?

Bei dieser Erkrankung ist einer der wichtigsten Nerven für die Bewegung der Augenmuskeln betroffen. Das kann zu weiteren Komplikationen führen, sogar wenn die Ursache bereits geklärt ist. Oft tritt die Okulomotoriuslähmung mit anderen Erkrankungen gemeinsam auf, er ist aber auch ein isoliertes Krankheitsbild mit Bewegungsausfällen des Auges.

Komplikationen entstehen, wenn zum Beispiel ein Tumor oder Aneurysmen die Ursache sind. Diese drücken dann stark auf den Nerv und bewirken weitere Veränderungen, weil es sich um raumfordernde Prozesse im Auge und im Körper handelt. Das kann auch dann lebensbedrohlich werden, wenn bereits eine Behandlung erfolgt ist. Die Beschädigung am Augenbewegungsnerv ist in ihrer Auswirkung nur schwierig einzuschätzen und benötigt weitere Nachbehandlungen. Sind die Ursache Durchblutungsstörungen, sind auch die Heilungschancen besser. Lassen die Beschwerden nicht nach, hilft manchmal eine Schieloperation, um das Sehfeld wieder zu normalisieren.